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FSN 2009/17 - 16. Oktober 2009
Ein Ständchen für die alte Schweizer Dame

Zum 70. Geburtstag auf den Namen Dessau getauft, die Junkers Ju 52 CH-HOT,
diese Aufnahme entstand dank unserem rasenden Fotoreporter in Dessau.
Foto: P. Eschbach
Wer kennt Sie nicht, die alte Schweizer Dame aus Dessau. Ihre Lebenslust ist ungebrochen und so sehen wir sie alljährlich am Oberschleißheimer Himmel, wenn sie dank ungebrochener Nachfrage mehrmals im Jahr von Oberschleißheim aus ihre Gäste zu einer nostalgischen Reise entführt.

Flugkapitän Waldmeier begrüßt und informiert seine Fluggäste
vor dem Abflug von Oberschleißheim nach Dessau,
der Enkel Hugo Junkers rechts im Bild.
Foto: P. Eschbach
Die Junkers Ju 52, landläufig auch unter dem Namen "Tante Ju" bekannt, mit dem Kennzeichen CH-HOT ist in diesem Herbst 70 Jahre alt geworden. Sie gehört heute zum Bestand der JU-AIR aus Dübendorf in der Schweiz. Fast alles an ihr ist noch original, sogar die Motoren aus dem Hause Bayerische Motoren Werke (BMW), sorgsam instand gehalten durch Heinz Dachsel, dem Spezialisten für historische Flugmotoren aus Baierbrunn/Isartal. Damit nicht genug.
Am 3. Oktober führte sie ihr Flug von Oberschleißheim nach Dessau. Die Passagiere Mitglieder der Familie Junkers, die Enkel und Nachfahren des legändären Hugo Junkers sowie Vertreter aus Kultur, Politik und Presse. Bei einem Festakt in Dessau erfuhr die Schweizer Dame eine besondere Ehrung und wurde auf den Namen "DESSAU" getauft. Nicht ohne Stolz auf ihre aktuelle Heimat, was durch echte Alphornbläser beim Festakt nachhaltig unterstützt wurde.

Die CH-HOT im Endanflug auf Dessau, unten im Bild der unter Denkmalschutz
stehende Teil der historischen und früher beheizten Landebahn von Dessau.
Foto: P. Eschbach
Für Deutschland ist der 3. Oktober mittlerweile ein historisch gesehen positives Datum. Für Hugo Junkers war das kein gutes Datum. Am 3. Oktober 1933 wurde er durch das nationalsozialistische Regime aus Dessau ausgewiesen, man erachtete ihn als politisch unzuverlässig. War er doch aufgrund seiner Erfahrungen im 1. Weltkrieg der Meinung, Forschung und Krieg vertragen sich auf Dauer nicht. Er sah wohl das Flugwesen ähnlich wie Otto Lilienthal als Verbindungsglied zwischen den Kulturen, daher konstruierte er in erster Linie Verkehrsflugzeuge, darunter legändere Ju 52, unsere Jubilarin.
Damit nicht genug, er wurde faktisch enteignet, er musste die Aktienmehrheit an seinem Unternehmen sowie seinen Reisepass abgeben und durfte sich fortan nur noch im Bereich München und Bayrischzell aufhalten. Mehr Informationen dazu gibt es auch im Internet unter www.technikmuseum-dessau.de.

Eines der letzten erhaltenen Gebäude aus der Junkers-Ära in Dessau,
diese Halle beheimatet heute das Technik Museum Hugo Junkers.
Im Vordergrund eine IL 14 der Deutschen Lufthansa Ost.
Foto: P. Eschbach
Im nächsten Jahr gibt es ein Wiedersehen, Ansprechpartner für Rundflüge von Oberschleißheim aus ist Heinz Dachsel unter www.ju-52.com.
Josef Kobold
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