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FSN 2009/12 - 27. August 2009
Kranich in Achmer

Schleißheimer Teilnehmer bei der 2009 VGC-Rally in Achmer.
Foto: Auer/Bauer
Achmer, wo liegt denn das? Segelflugpiloten, deren Hauptaugenmerk auf historischen Segelflugzeugen liegt, kennen Achmer seit diesem August ganz genau und schwärmen von Achmer in höchsten Tönen. Genau wie unsere beiden Schleißheimer Oldtimer-Segelflieger Fritz Bauer und Josef Auer vom Ikarus Luftsportclub.
Wie mir Fritz heute anvertraute, sei er noch nie auf einem Flugplatz gelandet, dessen Pisten von Heidekraut bedeckt sind. Man landet ganz vorsichtig, um ja nichts kaputt zu machen auf der Piste. Nach der Landung umgibt einen der Duft des Heidekrauts und nach dem Aussteigen läuft man wie auf einem weichen Teppich. Dazu noch eine Landschaft mit ausgezeichneten thermischen Eigenschaften, ein Traum für jeden Segelflieger.
Doch das war nicht alles. Begeisterung herrscht ebenso über die Gastfreundschaft, die Veranstaltung, ganz einfach alles.

2 Kranich III, im Hintergrund der Schleißheimer Kranich, eine seltenes Zusammentreffen.
Foto: Auer/Bauer
Grund für die Reise nach Achmer war das diesjährige internationale Vintage-Glider-Treffen, die 37. Vintage-Glider Club-Rally, ausgerichtet vom Osnabrücker Verein für Luftfahrt auf seinem Flugplatz in Achmer. Gleichzeitig feierte der Verein im Rahmen des Treffens sein 100-jähriges Vereinsjubiläum.
350 Teilnehmer, davon rund 220 Piloten mit rund 100 historischen Segelflugzeugen sind die nackten Zahlen, die die Bedeutung der beiden Flugwochen in Achmer für die Szene untermauern. Beeindruckend auch die Anzahl der Länder, aus denen Teilnehmer samt Segelflugzeugen zum diesjährigen Treffen anreisten: Schweiz, Finnland, England, Niederlande, Ungarn, Litauen, Österreich, Schweden, Frankreich, Belgien, Dänemark, Tschechien, Spanien, Polen, Italien und Deutschland.

Der Ur-Kranich, Erstflug des Prototyps dieses Segelflugzeugs erfolgte 1935.
Foto: Auer/Bauer
In der Vintage-Glider-Szene sind nur Segelflugzeuge erwünscht, deren Produktion längstens bis 1970 andauerte. Kein Problem für unsere Schleißheimer Crew mit ihrem Kranich III aus dem Jahre 1950. Dank internationaler Verbindungen hat sich eine lebendige Sparte entwickelt, die die historische Entwicklung von Segelflugzeugen ganz real darstellt.
Dabei leben sie, fast ohne es zu merken, Otto Lilienthals Traum von der Überwindung der trennenden Grenzen, die die Fliegekunst erst ermöglichen würde.

Auch eine Konstruktion von Hans Jacobs, der DFS-Reiher,
eines der erfolgreichsten Segelflugzeuge seiner Zeit.
Foto: Auer/Bauer
Josef Kobold
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