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FSN 2009/05 - 20. April 2009
100 Jahre Luftfahrt in Kanada

Erinnerung an den ersten Flug in Kanada im November 1909 mit dem Silverdart, das Flugzeug wurde nachgebaut und fliegt!
Internet: www.flightofthesilverdart.ca/
Fast zufällig hat es mich als Oberschleißheimer Piloten in das Canada Aviation Museum auf dem Rockcliffe Airport in Ottawa verschlagen. Bemerkenswert viele Details, die rein zufällig irgendwie zur Geschichte unseres Flugplatzes in Oberschleißheim passen. Der Flugplatz Schleißheim war der erste offizielle Militärflugplatz des Königreiches Bayern im Jahre 1912. Rockcliffe Airport war der erste Militärflugplatz Kanadas vor den Toren der Hauptstadt Ottawa. 1918 wurden dort die ersten Postflüge zwischen Ottawa und Toronto durchgeführt. 1920 eröffnete die neu gegründete RCAF angetrieben durch die rasante Entwicklung der Luftfahrt bedingt durch den 1. Weltkrieg den Betrieb auf Rockcliffe Airport. Heute ist er Standort des nationalen Luftfahrtmuseums und Heimat des Rockcliffe Flying Club.
Internet: www.aviation.technomuses.ca/ und www.rfc.ca

Maurice Farman Série 11 Shorthorn, Zustand von 1918,
wurde zur Pilotenausbildung verwandt, eine gewisse Verwandschaft zum
Otto Doppeldecker könnte man beim ersten Blick vermuten.
Foto: J. Kobold
66 Flugzeuge aus allen Perioden sind in der Sammlung zu finden. Am Eingang wird man begrüßt von einer Pitts Special S-2A. Auf 13 Inseln, angefangen von der Pionierzeit, der Zeit des ersten Weltkriegs weiter mit den friedlichen Zeiten des Bush Flying, der allgemeinen Luftfahrt und des ersten Luftverkehrs. Ein sehr große Insel der Zeitreise durch die kanadische Luftfahrtgeschichte ist dem tragischen und traurigen Kapitel des 2. Weltkriegs gewidmet. Eiskalt läuft es mir beim Anblick des vollständigen Avro Lancaster X den Rücken hinab. Allein der detaillierte Anblick der Pilotenkabine oder die Positionen der Bordschützen lässt mich erschaudern. Spätestens jetzt erinnere ich mich an die Gräber auf dem Friedhof Hochmutting beim Flugplatz Schleißheim. Dort ist die kanadische Besatzung einer Lancaster begraben. Sie haben ihren Einsatz nicht überlebt.

Avro Lancaster X, britischer Bomber,
häufig mit internationaler Besatzung, u.a. aus Kanada oder Australien.
Foto: J. Kobold
Neben den berühmten britischen Jägern findet man unter den Flügeln der Lancaster auch eine deutsche Bf 109F-4 und als weltweite Besonderheit eine Me 163B-1a Komet. Auf den weiteren Ausstellungsinseln werden Flugzeuge für Ausbildung und Training, das Jet-Zeitalter, der moderne Luftverkehr, berühmte Hubschrauber, die Periode der Senkrechtstarter bis hin zur Hochsee-Luftfahrt gezeigt. Ein eigener Bereich ist der Entwicklung der Flugmotoren bis hin zu Strahltriebwerken gewidmet. Zahlreiche Videostandorte bieten passend zu den Themen der Inseln Informationen mittels historischer Dokumentationen oder interaktiver Darstellungen. Zahlreiche Modelle und Erläuterungen zu allen Themen der Luftfahrt und der 100-jährigen Luftfahrtgeschichte Kanadas sind in speziellen Informationsinseln mit bequemen Sitzgelegenheiten zu finden.

Stearman 4EM Junior Speedmail,
eingesetzt als Postflugzeug, Erinnerung an friedliche Zeiten,
atemberaubend und nicht ungefährlich.
Foto: J. Kobold
Ein einigermaßen gemütliches Selbstbedienungscafe und zahlreiche Aufenthaltsorte mit Unterhaltung und Beschäftigung für Kinder vervollständigen einen gelungenen Museumsbesuch. By the way, wie funktioniert ein Flugzeug, warum fliegt es? Antwort gibt eine ausrangierte Cessna 150. Alles kann ausprobiert werden (außer dem Motor natürlich). Und wenn einem Besucher das verständlicherweise nicht reicht, gleich um die Ecke kann er das real und in Echtzeit bei einem Rundflug bei den Luftsportlern des Rockcliffe Flying Club umsetzen - wie in Oberschleißheim - oder selber fliegen, aber dafür reichte mir dann die Zeit leider nicht.

Ein Blick quer durch die Museumshalle des Canada Aviation Museum.
Foto: J. Kobold
Mehr Bilder in Kürze auch auf unserer Bilderseite http://schleissheim.jalbum.net/Schleissheim/index.html

Cessna 170, ein fliegender Oldtimer auf dem Rockcliffe Airport.
Foto: J. Kobold
Josef Kobold
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