FSN 2008/24 - 21. November 2008
25 Jahre Werftverein

Die neue Flugwerft, Zustand Ende der 1980er Jahre vor der umfangreichen Renovierung.
Foto: P. Eschbach
Im November 1983 gründet eine bunte Truppe von Luftfahrtbegeisterten und Bürgern aus Oberschleißheim den
"Verein zur Erhaltung der historischen Flugwerft Schleißheim e.V".
1981 wird der militärische Flugbetrieb in Oberschleißheim eingestellt, die Heeresflieger rücken nach Penzing ab und die Flugplatzkommandantur wird aufgelöst. Sehr schnell findet diese bunte Truppe aus Willigen und Fähigen zusammen mit dem gemeinsamen Ziel, die Neue Werft auf dem Flugplatz Schleißheim zu erhalten, denn sie sind sich der historischen Bedeutung dieses Bauwerks bewusst. Die Abrissbirne droht, die Grube für den Bauschutt ist bereits ausgehoben.

Teile der neuen Werft wurden durch Sprengung zum Einsturz gebracht - 1987.
Foto: P. Eschbach
Mit der Unterstützung durch die Vereinsmitglieder, der zahlreichen Sponsoren und nicht zuletzt durch die Gemeinde und die Politik wird das Gebäude zunächst gesichert und von 1990 bis 1992 renoviert. Fleiß und unerschütterliches Beharrungsvermögen und das Glück der Tüchtigen haben das Gebäude-ensemble aus der Zeit von 1912 und 1918 gerettet. Auf diesem Weg entsteht in der Neuen Werft die erste Außenstelle des Deutschen Museums speziell zur Bewahrung der Luftfahrthistorie. Eine Geschichte mit Happy End; 25 Jahre nach Gründung des Werftvereins ist klar, der Kampf war erfolgreich.

Innenausbau der Werfthalle 1991.
Foto: P. Eschbach
Selten genug, aber durch die Realisierung der Ziele des Werftvereins hat sich dessen Zweck eigentlich erledigt. Zu kurz gedacht. Eine Gruppe um Edi Strack (siehe dazu FSN 13/2008) besann sich ihrer technischen Wurzeln und begann mit der Restaurierung von Flugmotoren. Werftverein und Deutsches Museum, diese Beziehung ist für die Sammlung des Deutschen Museum mittlerweile unverzichtbar. Zahlreiche gemeinsam zu realisierende Projekte erwarten auch in Zukunft die Besucher des Museums. Eines davon ist ganz besonders aufwändig und weckt mittlerweile internationales Interesse. Der Otto Militärtyp von 1913, der erste regelmässig in Schleißheim durch die Königlich Bayerische Fliegertruppe eingesetzte Flugzeugtyp entsteht als flugfähiger Nachbau. Hoffentlich klappts mit der Realisierung bis zum Jubiläumsjahr 2012. Die FSN wird in einer der nächsten Ausgaben über den aktuellen Stand berichten.

Merlin Motor der spanischen CASA 2.111 in der Restaurierungswerkstatt des Museums,
restauriert durch den Werftverein.
Foto: P. Eschbach
Die aktuelle Sonderausstellung über die Königlich Bayerische Fliegertruppe in Schleißheim (siehe dazu FSN 20/2008) ergänzt in perfekter Weise die Aktivitäten des Jubilars. Die Adresse der Internet-Seite des Werftverein mit umfangreichen Informationen über Aktivitäten und Historie finden Sie hier auf dieser Seite unter dem Punkt Vereine.
Paul Eschbach, Josef Kobold
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