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FSN 2008/20 - 02. November 2008
Die Königlich Bayerische Fliegertruppe
in Schleißheim
und ihre Spuren in die Gegenwart

Rittmeister Graf von Wolfskeel (vorn) und Prinz Leopold im Otto Militärtyp von 1913
Foto: Archiv
Am 26. Oktober 2008 wurde die diesjährige Winter-Sonderausstellung in der Flugwerft Schleißheim, Deutsches Museum, eröffnet.

v.l. Otto Bürger, 1. Bgm. Oberschleißheim Frau Ziegler, Dr. Alto Brachner
Foto: J. Kobold
Mit 62 Soldaten fing es 1912 an. Mit Verfügung des Bayerischen Kriegsministeriums wird mit 1. April 1912 die Fliegerkompagnie am Standort Ober-"Schleißheim" errichtet. Sie ist der Luftschiffer- und Kraftfahrabteilung unterstellt. Die Geschichte des Flugplatz Schleißheim beginnt. Die erste Landung wird am 15. April 1912 durch Oberleutnant Graf Wolfskeel durchgeführt. Dieses Ereignis wird in einer kurzen Pressenotiz am Dienstag, den 16. April 1912 auf Seite 4 in der Münchner Zeitung veröffentlicht:
"Münchner Flugzeugindustrie. Von dem Militärflugplatz aus ist Oberleutnant Graf Wolfskeel heute morgen bei sehr böigem Winde nach Schleißheim geflogen und dort vor dem neu errichteten Schuppen glatt gelandet. Es ist dies das erste Militärflugzeug, das in Schleißheim stationiert sein wird; es wurde vollständig von den Flugzeugwerken Otto hergestellt."
In der Nacht vom 14. April 1912 auf den 15. April 1912 ereignete sich das schwerste Schiffsunglück aller Zeiten. Das als unsinkbar geltende Passagierschiff für den schnellen Liniendienst auf dem Atlantik, die Titanic, sank nach Kollision mit einem Eisberg. Dieses Thema beherrschte die damalige Tagespresse, daher war der neue Flugplatz Schleißheim selbst in der regionalen Presse verständlicherweise nur eine Randnotiz wert.

Am Eingang zur Sonderausstellung eine kleine Stärkung für die Eröffnungsgäste.
Foto: J. Kobold
Für Otto Bürger, den 1. Vorsitzenden des Kulturvereins Freunde von Schleißheim e.V., erfüllt sich mit der Eröffnung der Sonderausstellung ein lange gehegter Wunsch, dieses Ereignis, das Oberschleißheim so nachhaltig verändern sollte, der Öffentlichkeit mit einer Ausstellung nahe zu bringen. So erklärt sich auch der Nachsatz im Titel der Ausstellung "und ihre Spuren in die Gegenwart" . Der Leitende Museumsdirektor, Dr. Alto Brachner begrüsste die Besucher im voll besetzten Lilienthalsaal der Flugwerft und übergab das Rednerpult an Otto Bürger, der in seiner bekannt humorvollen Art in das Thema der Ausstellung einführte.
Mit Riesenschritten, das wurde beim ersten Betrachten der Ausstellung klar, nähern wir uns dem 100-jährigen Bestehen des Flugplatz Schleißheim. Diese Sonderausstellung führt uns näher an diesen Termin heran. Aber auch andere Aktivitäten tragen schon seit Jahren zur Klärung des Historie bei. Stellvertretend seien hier genannt die historischen Flugplatzführungen durch die Bayerischen-Flugzeug-Historiker e.V., das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Werftverein e.V. beim Erhalt historischer Flugzeuge und Flugzeugtechnik oder das rege Interesse der Bürger Oberschleißheims in ihrem Kulturverein Freunde von Schleißheim e.V., das im Ergebnis zu dieser interessanten Sonderausstellung geführt hat. Die Flugwerft Schleißheim bietet dazu den geeigneten Rahmen auf dem Weg in das Jubiläumsjahr 2012.

Grosses Modell des Otto Militärtyp, dem ersten auf dem Flugplatz Schleißheim
regelmässig eingesetzten Flugzeug. Ein flugfähiger Nachbau ist derzeit in Arbeit!
Foto: J. Kobold
Die Ausstellung ist noch bis 1. März 2009 in der Flugwerft Schleißheim, Deutsches Museum, zu sehen. Zur Ausstellung wurde durch die Freunde von Schleißheim ein höchst interessantes Begleitbuch mit dem Titel der Ausstellung herausgegeben, das im Werftladen der Flugwerft oder im Buchladen Bücher am Schloß, Effnerstr. 3, erworben werden kann.
Josef Kobold
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