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FSN 2008/18 - 27. Oktober 2008
Tschüssi Tempelhof

Ein letzter Blick zurück nach dem Start in Tempelhof
Foto: M. Hartwig
Nichts Neues, leider, insofern ist die Tatsache, dass der berühmte Berliner Zentralflughafen Tempelhof am 31. Oktober 2008 geschlossen wird aus Pilotensicht nur zu bedauern; nein sie erregt Unverständnis und Zorn gegenüber denen, die diese Entscheidung getroffen haben. Andererseits gibt es sicher nachvollziehbare Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Es geht dabei schlicht ums Geld, das in Berlin seit den Tagen der Wiedervereinigung notorisch fehlt. "Det kannste dir an de fünf Finga abklaviern" was angesichts des Projekts BBI mit den bisherigen Berliner Flughäfen passiert. War und ist es in München etwa anders?

v.l. Christian, Maximilian, Sandro, Ansgar, hier beim Stopp in Bayreuth
Foto: M. Hartwig

Wir fliegen nach Berlin.
Foto: A. Beyerle
Ein bisschen schuld am Niedergang von Tempelhof sind wir Flieger natürlich schon selbst. Klar, es war nicht billig, in Tempelhof zu landen und ein kleines Flugzeug dort zu parken. Aber hätte es den Ansturm, den Tempelhof in den letzten Tagen und Wochen erlebt hat, schon früher gegeben, ja dann vielleicht.......?

Parkposition auf dem Vorfeld in Tempelhof.
Foto: C. Kuhn

So viel Sprit haben wir ja gar nicht bestellt! Etwa 35 Liter passten in die Cessna 150.
Foto: A. Beyerle
Piloten aus Schleißheim waren in diesem Jahr schon häufiger in Tempelhof, aber die definitiv letzte Reise von Oberschleißheim aus vom 17. bis 19. Oktober 2008 hatte dennoch ihren besonderen Reiz. Am Donnerstag Abend klingelte mein Telefon. Sandro war dran und fragte, ob er denn mit meinem Flieger fliegen könne, um im Team nach Tempelhof fliegen zu können. Warum nicht, dachte ich mir. Gesagt getan.
Die Idee hatten Christian und Maximilian schon bei einem Segelfliegerurlaub in Südfrankreich im August. Und Sandro, der ja heuer schon mal mit dem Motorsegler in Tempelhof war und sein Co Ansgar waren von der Idee ebenso spontan begeistert. Schon war die Formation perfekt. Statt mit 2 Reisemotorseglern war es nun der SF 25 Rotax-Falke des Ikarus-Luftsportclub und meine Cessna 150, was sich als gut passende Formation herausstellte. Eine Zwischenlandung als Tank- und Sicherheitsstopp hatten sie für beide Flugzeuge auf dem Verkehrslandeplatz in Bayreuth eingeplant. Schon Tage vorher, so erzählte mir Maximilian, studierten sie alle verfügbaren Wetterberichte - es konnte nur dieses eine Wochenende sein, wie sich herausstellte, die richtige Entscheidung.

Abflughalle des Zentralflughafens Tempelhof
Foto: A. Beyerle

Wenig los beim Zugang von der U-Bahn zum Airport.
Foto: A. Beyerle

Kultur muß sein, die Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin.
Foto: C. Kuhn
Der Rückflug gestaltete sich dann doch noch etwas spannend. Am Sonntag mussten unsere Piloten 2 Stunden auf den Abflug warten, Stau in Tempelhof. Während Christian und Maximilian noch einen kurzen Abstecher nach Schönhagen machten, trafen sich beide Crews zum gemeinsamen Rückflug wieder in Bayreuth. Das Highlight beim Final nach Oberschleißheim war der Durchflug der CTR vom Flughafen München. Gegen 18.10 local erreichten sie am Sonntag mit einem gemeinsamen Überflug ihre Heimatbasis Oberschleißheim, knappe 10 Minuten vor Sunset in voller Beleuchtung! und zehren sicher noch lange von diesem einmaligen Gemeinschaftserlebnis. Damit erschließt sich auch der Sinn und die Freude an der Fliegerei, dazu braucht man kein sündhaft teures Hightec-Fluggerät, ankommen zählt, auch in diesem Fall gilt, weniger ist eben doch manchmal mehr.
Das nächste Ziel ist schon in Planung, Karlovy Vary (Karlsbad) in Tschechien, da bin ich auf alle Fälle wieder selber mit dabei.

Blick aus einem Businessjet am 8.10.08. In wenigen Stunden verlöschen diese Lichter.
Foto: C. Beer
Abschließend noch ein Dank an Cay, der uns das nächtliche Bild vom Vorfeld in Tempelhof zur Verfügung gestellt hat.
Josef Kobold
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