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FSN 2008/05 - 02. Juni 2008




Streng, aber gerecht






Ehepaar Mirbeck
Ein Geschenk der Kollegen. 1. Juni 2008, Mirbecks erster Flug
in der Ju 52 zusammen mit seiner Gattin.
Foto: P. Eschbach

 

Streng, aber gerecht, so mein persönliches Fazit, wenn ich um meine Meinung über den Sachbearbeiter für Luftaufsicht und Prüfungsrat der Regierung von Oberbayern, Luftamt Südbayern, Elmar Mirbeck, gefragt werde. Am 30. April wurde Elmar Mirbeck durch seine Behörde feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Entschuldigung, Unruhestand wäre wohl der richtigere Ausdruck, denn langweilig wird es dem "Unruheständler" in den nächsten Jahren sicher nicht werden. Seine umfassenden internationalen Lizenzen bleiben selbstverständlich weiterhin gültig und daher werden wir ihn, trotz offiziellem Ruhestand, als professionellen Fluglehrer und Checkpilot für fast alle Arten von Flugzeugen und Hubschraubern, manchmal sogar als Prüfer im Auftrag der Regierung von Oberbayern, in Schleißheim immer wieder begrüssen dürfen. Elmar Mirbeck hatte bis zum Tage seiner Verabschiedung 13.264 Prüfungen zum Luftfahrerschein, vom Segelflieger bis zum Berufs-Hubschrauberpiloten, abgenommen. Aber schauen wir jetzt einmal kurz in Mirbecks eigenen fliegerischen Lebenslauf.

 
Interview
Interview mit Elmar Mirbeck.
Foto: P. Eschbach

 

Seinen ersten Start hatte Elmar Mirbeck am 27. April 1958 mit einem Segelflugzeug in Aigen/Enstal in der Steiermark mit einem Fluglehrer absolviert. Schon im Sommer des selben Jahres erwarb er die Segelfluglizenz.1959 startete er seine Ausbildung zum Privatpiloten auf dem damals noch militärischen und heutigen Verkehrsflughafen Linz Hörsching. 1960 erwarb er die Privatpiloten Lizenz für Motorflieger. Damals, so Mirbeck, stand der Prüfer noch auf dem Boden, ohne Funkgerät, und beobachtete den Prüfling von aussen bei geradem Vorbeiflug und Durchstart- und Ziellandeübungen. Kurze Zeit später belegte er den ersten Fluglehrerlehrgang des Luftsportverband Bayern. Mit der Lehrberechtigung in der Tasche begann er am 15. März 1964 seine berufliche Pilotenlaufbahn als Fluglehrer auf dem Flughafen Oberwiesenfeld. Alleine von Oberwiesenfeld aus verzeichnet Mirbeck in seinen insgesamt 71 Flugbüchern an die 15.000 Starts und Landungen. Das Ende des Flughafens Oberwiesenfeld, schon im Angesicht des bereits fertig gestellten Wahrzeichens, dem Olympiaturm, erlebte er live. Mit einem Bölkow Junior führte er den allerletzten Start auf dem Flughafen Oberwiesenfeld durch, mit Sondergenehmigung und nach mühsamer Reinigung der durch Baumaterial durch die Baustelle der Olympiaanlagen verunreinigten Landebahn. Von 1966 bis 1969 arbeitete er auf dem Flughafen München Riem als Werkspilot bei MBB und von 1969 bis 1971 war er als Ausbildungleiter beim Fliegerclub München und dem Luftsportverein Landshut tätig. Seit dem 1. Juni 1971 bis zur eingangs beschriebenen Verabschiedung am 30. April 2008 stand er in Diensten der Regierung von Oberbayern für die Fliegerei und verkörpert einerseits die oberbayerische Luftaufsichtsbehörde und andererseits den Förderer des Luftsports und der Luftfahrt. Letzteres wird er auch in Zukunft in seinem "Unruhestand", seiner persönlichen Überzeugung folgend, neuen Flugschülern gegenüber rüberbringen.

Wir wünschen alles Gute für die Zukunft und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen.

Josef Kobold

 
  

Letzte Änderung: 02. Juni 2008
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