FSN 2008/03 - 05. Mai 2008
Am liebsten gut
So der Lieblingsspruch eines unserer jüngsten 80er, wenn man sich nach seinem Befinden erkundigt. Es ist wirklich eine Freude, wieder einmal zwei aktiven Piloten und Mitgliedern zum 80. Geburtstag gratulieren zu dürfen.

Jubilar Heinrich Schröder
Foto: J. Kobold
Heinrich Schröder begann mit dem Fliegen 1943 in Marienbad (heute Tschechische Republik) und erlangte damals die Segelflug A-, B- und C-Prüfung. Kurz danach geriet er im Alter von 17 Jahren als Luftwaffenhelfer im 2. Weltkrieg in russische Kriegsgefangenschaft, nach dramatischer Flucht wurde er von der U.S.-Army gefangen genommen. Heinrich Schröder etablierte sich nach dem Krieg in Lohhof, wo er bis heute unbeirrt sein aus dem Nichts geschaffenes Unternehmen leitet.
1959 erwarb er nach langer fliegerischer Pause beim Münchner Flieger Club auf dem Flughafen Oberwiesenfeld seine Fluglizenz (PPL) und wechselte 1968 mit dem Verein nach dem Ende von Oberwiesenfeld nach Neubiberg. Allerdings war dieser Flugplatz zu weit von seinem beruflichen und familiären Umfeld entfernt und so wurde er 1971 Mitglied des Ikarus Luftsportclub in Oberschleißheim und fliegt seither auf dem Flugplatz Schleißheim. Seinem Verhandlungsgeschick ist es zu verdanken, dass 1971/72 ein Nutzungsvertrag zwischen dem Ikarus Luftsportclub und der U.S.-Army, damals unter der Leitung von Col. Brosnan, geschlossen wurde, der im Grundsatz, trotz zwischenzeitlicher Wechsel der Flugplatz-Oberen und Eigentümer, bis heute Bestand hat.
Heinrich Schröder beteiligte sich als Pilot bei Rettungsflügen und sog. Keuchhustenflügen. In seinem Flugbuch verzeichnet er 3.500 Flugstunden bei rund 6.300 Starts. Viele soziale Aktivitäten wie z.B. die Rundflüge für Schulkinder im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Unterschleißheim wurden von ihm initiiert.

Jubilar Georg Dottl
Foto: J. Kobold
Unser nächster Jubilar ist Georg Dottl, ebenfalls aktiver Pilot und regelmässig auf dem Flugplatz als Flugleiter im Dienst. Auch für ihn begann die fliegerische Laufbahn im Jahr 1943 bei der Flieger-HJ in Oberalting mit der A-Prüfung. Seine B- und C-Prüfung absolvierte er 1944 in Pocking. Erst 1956 begann er wieder mit dem Fliegen beim BLVM (Bayerischer Luftfahrtverein München) auf dem Flughafen Oberwiesenfeld.
Als leidenschaftlichen Segelflieger zog es ihn 1958 in die Berge zum Luftsportclub Schliersee, der zu dieser Zeit auf dem Segelfluggelände Kufstein, zu Füßen des Zahmen Kaisers, als Gastverein beheimatet war. Er besaß einen L-Spatz von Scheibe Flugzeugbau in Dachau, den er dem Verein überließ, im Gegenzug wurde er gleich in den Verein aufgenommen. Georg Dottl arbeitete aktiv mit beim Aufbau des neuen Segelfluggeländes Geitau in der Nähe von Bayrischzell, das der Verein dann 1964 in Betrieb nehmen konnte.
Nach dem Ende des Flughafens Oberwiesenfeld zog sein erster Verein BLVM auf das Segelfluggelände Königsdorf. Er beteiligte sich dort als Mitglied einer Haltergemeinschaft eines Motorseglers Scheibe B-Falke. 1976 erwarb er den PPL und war fortan als Schlepppilot und Motorwart in Königsdorf im Einsatz. Sein Interesse am Motorflug führte ihn 1978 nach Oberschleißheim. Er wurde Mitglied des Red Baron Flying Club und beteiligte sich an der Haltergemeinschaft einer Rockwell Commander.
Seit 1994 ist die DR 400 Regent sein Stolz. In all den Jahren war und ist er in allen Vereinen aktiv an der Entwicklung beteiligt. Stolz präsentiert er heute sein erstes Medical vom 13. April 1943, das für ihn den Einstieg in die dritte Dimension ermöglichte.
Wir wünschen unseren fidelen 80ern noch viele Jahre im aktiven Pilotenkreis des Flugplatz Schleißheim.
Josef Kobold
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