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FSN 2007/21 - 24. Oktober 2007
Erster Schleißheimer Segelkunstflugwettbewerb

Bild mit Kultstatus, die ASK 21 des Ikarus Luftsportclub vor der Kulisse Oberschleißheims
Foto: R. Hanus
Der Oberschleißheimer Flugplatz gilt seit Jahrzehnten als eine der Hochburgen des Segelkunstflug, einer Sportart, die häufig als Königsdisziplin im Segelflugsport bezeichnet wird. Ende des letzten Jahres ging mit den weltweit bekannten Synchron Flyers (siehe FSN 1/2007) eine Epoche zu Ende, lange Zeit war unsicher, wie es um den Generationswechsel in dieser Sportart beim Ikarus Luftsportclub Oberschleißheim bestellt ist. Doch mit diesem ersten, zunächst noch vereinsinternen Segelkunstflugwettbewerb haben die Kunstflieger des Ikarus Luftsportclub, allen voran der Organisator dieses Wettbewerbs, Segelfluglehrer Stefan Kmoch, bewiesen, daß diese sportliche Tradition weiterleben wird. Neben der doppelsitzigen ASK 21 des Ikarus Luftsportclub, die für die Kunstflugschulung eingesetzt wird, gibt es vor allem noch eine der berühmten Lo 100, deren mehrköpfige Haltergemeinschaft weiterhin Kunstflug trainiert und mittlerweile auch bei Flugtagen und Flugplatzfesten ihr Können wieder zeigt.

Per Flugzeugschlepp auf dem Weg zur Acrobox für Durchgang 2
Foto: P. Eschbach
Am 13. und 14. Oktober 2007 erlebten wir die Premiere des Wettbewerbs. Mit Ludwig Fuß, Johann Graf und Herbert Lehner konnten Schiedsrichter mit internationaler Wettbewerbserfahrung gewonnen werden, von 8 gemeldeten Teilnehmern flogen 6 das vollständige Programm mit 3 Durchgängen. Aufwändig war auch die gesamte Organisation. So mußte dieser Wettbewerb beim Luftamt Südbayern angemeldet und die Genehmigung zur Unterschreitung der Sicherheitsmindesthöhe eingeholt werden. Die Acrobox, also der Luftraum für die Durchführung des Kunstflugprogramms musste ständig neu mit Freigabe der Deutschen Flugsicherung (DFS) am Flughafen München aktiviert werden. Und dann noch die Unsicherheiten der herbstlichen Wetterlage mit einem Mix aus Nebel, etwas zu niedriger Bewölkung aber auch strahlend blauem Himmel machten diesen Wettbewerb zeitweise zu einer nervenaufreibenden Sache für Piloten und Helfer.

Mentale Vorbereitung auf den Ablauf des nächsten Durchgangs,
hier Stefan Baumann (l.) und Stefan Kmoch.
Foto: J. Kobold
Ludwig Fuß beschreibt nun den Ablauf des Wettbewerbs: Geflogen werden mussten 3 bekannte Programme. Bis auf Stefan Baumann und Christoph Würzberger hatte noch keiner der Piloten einen Wettbewerb bestritten. Wir, die Schiedsrichter rechneten daher mit durchaus gröberen Fehlern. Umso überraschender war dann das, was von den Teilnehmern geboten wurde. Gewertet wird beim Kunstflug mittels Noten von 1 bis 10 (bzw. 0 - 10). Pro 5 Grad Winkelabweichung erhält der Teilnehmer einen Abzug von einer Note. Die Note Null gibt es unter anderem dann, wenn während der Figur um mehr als 45 Grad, bezogen auf die Längs-, Quer- und Hochachse abgewichen wird. Das bedeutet, dass alle Abweichungen um alle Achsen zusammen gezählt werden. Wenn also z.B. bei einem Turn nur 80 Grad im Aufgang und 80 Grad im Abgang geflogen werden, dann sind es eben schon 20 Grad Abweichung und die Note ist schon bei 6 angelangt. Daher war es erstaunlich, dass es fast keine Nullen gab. Das Niveau der geflogenen Figuren konnte sich durchaus sehen lassen. Die Schiedsrichter waren sehr positiv von den Darbietungen überrascht.

Einer der Teilnehmer beim Fliegen einer 4-Zeiten-Rolle.
Foto: P. Eschbach
Die Teilnehmer wurden auf 1000 m über Grund geschleppt. Die untere Grenze lag bei 200 m. Es standen also 800 m Höhe für die Vorführung zur Verfügung. Das Ganze muss auch noch in einer so genannten Box (Acrobox) stattfinden. Dies muss man sich so vorstellen: Am Boden ist ein Areal von 1000m auf 1000m gekennzeichnet. Die Höhe, die in unserem Fall nur 1000m war, ist international normalerweise bei 1200m. International steht dem Teilnehmer also ein Würfel (Box) von 1000 x 1000 x 1000m zur Vorführung zur Verfügung. In unserem Fall 1000 x 1000 x 800m. Normalerweise werden die Grenzen der Box von Linienrichtern mit Peilgeräten überwacht. Die Höhe wird sonst mittels eines mitgeführten Höhenmessgerätes, das die Daten zu den Schiedsrichtern funkt überwacht. Da der Aufwand für diesen Wettbewerb zu groß gewesen wäre, wurde auf Linienrichter, Höhenmessgerät und Markierungen verzichtet.

Ludwig Fuß erfasst die Noten eines Durchgangs für die Auswertung.
Foto: J. Kobold
Mittels des offiziellen Auswerteprogramms der CIVA (Kunstflugorgan der Fédération Aéronautique Internationale, kurz FAI) ermittelte Ludwig Fuß die Rangfolge der Teilnehmer des ersten Segelkunstflugwettbewerbs des Ikarus Luftsportclubs in Oberschleißheim. Als Gesamtsieger konnte sich nach 3 Durchgängen Christoph Würzberger vor Stefan Baumann und Steffen Schörner durchsetzen. Auf den Plätzen Vier bis Sechs folgten Michael Witt, Stefan Kmoch und Christian Kuhn.
Ludwig Fuß/Josef Kobold

Teilnehmer und Schiedsrichter/Helfer treffen sich zum Abschlußfoto,
rechts der Sieger Christoph Würzberger.
Foto: J. Kobold
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