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FSN 2007/19 - 23. September 2007




Trauer um Gerhard Bauer






Gerhard Bauer
Wir blicken zurück auf Gerhard Bauer
Foto: J. Kobold

 

Eine versöhnende Stimme ist verstummt. Einer unserer großen alten Fliegerkameraden ist am 21. September 2007 im Alter von 80 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben.

Gerhard Bauer, geboren am 19. Januar 1927 hinterlässt nach über 50-jähriger glücklicher Ehe seine Frau Irmi, seine Tochter Bärbel und seinen Sohn Fritz und mehrere Enkelkinder. Er lebte mit seiner Familie seit 1964 in Oberschleißheim, zunächst in Lustheim, später erfüllte er mit dem Bau eines Hauses den Traum seiner Familie.

Im Januar 2007 genoss er, bereits deutlich durch die Krankheit gezeichnet, im Kreise seiner Familie, seiner Freunde und Fliegerkameraden, seiner Nachbarn und früheren Kollegen seinen 80. Geburtstag.

 
Gespräch mit Otto Bürger
Gerhard Bauer (r) im Gespräch mit Otto Bürger in der Flugzeugwerkstatt
Foto: J. Kobold

 

Gerhard Bauers Liebe galt seiner Familie, seiner Frau, den Kindern und seinen Enkelkindern, jeder seiner Familie dankte ihm dies auf seine Weise.

Gerhard Bauers Leidenschaft war die Fliegerei. Noch während des zweiten Weltkriegs begann er mit dem Fliegen. Mit motorlosen Schulgleitern absolvierte er 1941 am Hang in Oberalting die sog. A-Prüfung, im darauf folgenden Jahr die B-Prüfung.Seine fliegerische Ausbildung setzte er 1943 mit der C-Prüfung an der Winde in Oberpfaffenhofen und mit dem Luftfahrerschein 1 in Schwangau an der Winde und im Flugzeugschlepp fort. Den Krieg erlebte er hautnah 1944 bis 1945 an der Luftkriegsschule in Berlin Gatow.

Trotz Krieg, der Virus Fliegen hatte ihn vollends erfasst. Er gehörte nach dem Krieg zu denjenigen, die das Fliegen trotz Verbot der Alliierten wieder möglich machen wollten. 1948 beteiligte er sich an der Gründung der Interessen-gemeinschaft für Segelflug, die 1949 von den Amerikanern wieder verboten wurde. Ein Tarnverein namens Skiclub Tegelberg wurde gegründet, um das Anliegen dieser Flugbegeisterten weiter voran zu treiben. Mit Erfolg, 1951 durfte mit Segelflugzeugen wieder geflogen werden.

Im Aero Club München, den Gerhard Bauer 1950 mit begründet hatte, erneuerte er 1952 seine Luftfahrerscheine L 1 und L 2 auf der Fröttmaninger Heide und in Oberwiesenfeld. Von 1958 bis 1980 war er als Segelfluglehrer aktiv, zunächst beim Aero Club München und später, nach seinem Umzug nach Oberschleißheim beim Ikarus Luftsportclub Oberschleißheim. In beiden Vereinen war er bis zu seinem Lebensende ein wertvoller und unverzichtbarer Ratgeber und Freund, dessen Erfahrung immer wieder Fortschritte für den Luftsport in Oberschleißheim bewirkte - bis zuletzt. Zum Dank für sein jahrzehntelanges Engagement ernannten ihn der Ikarus Luftsportclub Oberschleißheim und der Aero Club München zum Ehrenmitglied.

 
Gerhard Bauer
Gerhard Bauer tief versunken in Detailarbeit für den Kranich III
Foto: J. Kobold

 

Gerhard Bauer litt unter der parkinsonschen Krankheit, die zuletzt immer mehr Besitz von ihm ergriff und sein Leben mit Folgekrankheiten mehr und mehr erschwerte. So musste er einige Wochen vor seinem Tod schweren Herzens zur Pflege in den Seniorenpark Oberschleißheim übersiedeln, mit Hilfe seiner Familie ertrug er diesen Schritt mit Würde.

Trotz dieser Krankheit war er immer an Neuigkeiten aus den Vereinen und dem Flugplatz interessiert und diskutierte angeregt über diese Dinge. Sein Blick war dabei immer nach vorne gerichtet.

Ich hoffe, nein, ich glaube, Gerhard Bauers Ideale werden in vielen von uns weiterleben und eines Tages werden wir uns an ihn erinnern und sagen, genau so hätte es Gerhard Bauer auch gewollt und gemacht.

Gerhard Bauer

Josef Kobold

 
  

Letzte Änderung: 24. September 2007
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