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FSN 2007/16 - 10. Juli 2007
ASK 21 Mi - Segelflugzeug der Zukunft?

ASK 21 Mi im Landeanflug
Foto: J. Kobold
Die Fragestellung ist berechtigt, da das Segelflugzeug an sich schon seit 1979 hergestellt wird. Neu ist jedoch die Motorisierung des Seglers, der in seiner klassischen Version ohne Motor für Schulung, Einstieg in den Leistungssegelflug und den Kunstflug eingesetzt werden kann und darüber hinaus über ausgesprochen angenehme Flugeigenschaften verfügt. Der Ikarus Luftsportclub verfügt seit Jahren über diese unmotorisierte Variante, die zu den meistgeflogenen Segelflugzeugmustern in Schleißheim gehört. Gerade deshalb lohnt es sich, die neueste Variante mit Motor genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Hersteller Alexander Schleicher Flugzeugbau in Poppenhausen/Rhön ermöglichte einen Testtag mit der ASK 21 Mi in Oberschleißheim.

Kritische Blicke in den Motorraum
Foto: J. Kobold
Der Vorteil motorisierter eigenstartfähiger Segelflugzeuge wie die ASK 21 Mi liegt zuerst in der Unabhängigkeit von Startwinde oder Schleppflugzeug sowie ein minimiertes Außenlanderisiko. Um mit der Mi in die Luft zu kommen, sind im Gegensatz zum üblichen Segelflugbetrieb kaum Helfer erforderlich. Ein Graus für die Vertreter der sog. reinen Lehre. Aber der sich wandelnde Zeitgeist zeigt eindeutig die Richtung. Die deutschen Segelflugzeughersteller verkaufen weltweit mittlerweile deutlich mehr motorisierte Segler als solche ohne Motor.

Einweisung für den Fluglehrer am hinteren Sitz
Foto: J. Kobold
Einen Haken hat die Sache jedoch, der Preis. Rund EUR 120.000 ohne übliches Zubehör (z. B. Avionic) müssen für eine Mi angelegt werden. Es bleibt die Frage, wie das von einem Luftsportverein finanziert werden soll. Auch die Folge- und Betriebskosten sind natürlich mit denen herkömmlicher Segelflugzeuge nicht mehr zu vergleichen. Dafür könnte aber der Aufwand für Winde oder Schleppflugzeug entfallen. An seinen Allround-Eigenschaften ändert die Motorisierung mit dem 56 PS starken Diamond-Drehkolbenmotor nichts. Bei voller Beladung steigt der Segler mit 17 Metern Spannweite subjektiv betrachtet besser als im Flugzeugschlepp mit dem Schlepp-Motorsegler. Das Motorgeräusch, zunächst gefühlt etwas lauter als das des Schlepp-Motorseglers, zeigt sich aber in einem angenehmen Frequenzbereich. Dank der guten Steigleistung entschwindet die Geräuschemission im Steigflug zeitgemäß rasch im Umgebungslärm unserer Zivilisation, beim ersten Eindrehen in die Thermik gehts dann weiter wie bisher, ohne Motor, wenn möglich, stundenlang.

Das geht nur mit der Mi, ohne Hilfe nach der Landung zurück zum Startpunkt
Foto: J. Kobold
Alles in allem zeigt die ASK 21 Mi, welchen Weg der Segelflugsport mittelfristig einschlagen wird, es ist die Zukunft.
Josef Kobold
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