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FSN 2006/02 - 18. November 2006
Flugzeugbrandbekämpfung

Motorbrand Ju 52 Bild: Paul Eschbach
Beim Oldtimer Fly In 2006 kam es vor einem Start einer voll besetzten Ju 52 zu einem Motorbrand. Dem schnellen und beherzten Eingreifen der Besatzung der Ju 52, den Mitarbeitern des Deutschen Museums und dem Einsatz des Feuerwehrfahrzeugs des Flugplatz Schleißheim ist es zu verdanken, dass keine Personen in Mitleidenschaft gezogen wurden und größerer Schaden vermieden werden konnte. Insbesondere die Crew der Ju 52 agierte höchst professionell. Während der Kapitän zunächst versuchte, mit dem bordeigenen Löschsystem den Brand unter Kontrolle zu bekommen, evakuierte sein Copilot das Flugzeug. So wurde die Gefährdung der Passagiere erfolgreich verhindert.
Grund genug für das Landratsamt (LRA) München, die örtlichen Feuerwehren von Oberschleißheim und Unterschleißheim sowie Flugleiter, Platzwarte und weitere verantwortliche Personen des Flugplatz Schleißheim zu einer Sonderausbildung zur Flugzeugbrandbekämpfung einzuladen.
60 Teilnehmer konnten Herr Weiß vom LRA-München und Herr Mücke, stv. Leiter der Flugwerft Schleißheim, Deutsches Museum, am 18. November 2006 im Filmsaal der Flugwerft Schleißheim begrüßen.

Die Chefitäten:
v. l. Ernst Hüttinger, 1.Vorstand Flugplatz Schleißheim e.V., Georg
Rutat, FFW Oberschleißheim, Reinhard Mücke, stv. Leiter Flugwerft
Schleissheim, Thomas Zapf 1.LW-Div.BW, Jürgen Weiß LRA-München, Wolfgang Schnell,
Leiter FFW Oberschleißheim Bild: Jkobold/Jürgen Weiß
Zunächst referierte Georg Rutat, Freiwillige Feuerwehr (FFW) Oberschleißheim, über die Zugangs- und Rettungswege zum und vom Flugplatzgelände.
Als Fachreferent zum Thema Flugzeugbrände konnte Herr Thomas Zapf von der 1. Luftwaffen-Division der Bundeswehr aus Fürstenfeldbruck gewonnen werden. In seinem sehr anschaulichen Vortrag verwies er vor allem auf die Gefahren, die durch laufende Triebwerke (Propeller, Turbinenansaugschächte u.s.w.) im Brandfalle bestehen. In einem speziell auf die Ju 52 bezogenen Teil seines Vortrags stellte er die Notausgänge incl. riesiger Dachluke und Zugang zur Bordtoilette von außen vor; ergänzt durch eindrucksvolles Bildmaterial von Übungen und echten Notfällen.
Nach dem durch die FFW Oberschleißheim perfekt organisierten Mittagessen stellten die Mitarbeiter des Museums in Gruppenarbeiten den Teilnehmern zahlreiche historische flugfähige Muster und die Möglichkeiten der Brandbekämpfung an diesen Flugzeugen vor. In allen Fällen sei jedoch Blickkontakt mit dem Piloten unverzichtbar, der ja seinerseits alle Möglichkeiten nutzt, die er im Falle eines Brandes ergreifen kann, um auch weitere Unfälle zu vermeiden. Dieser ununterbrochene Blickkontakt ist auch für die Entscheidung zu einer Evakuierung unerlässlich.
Glücklich war der Ausgang des Brandes bei der Ju 52, gleichzeitig war die einhellige Meinung, aus den Fehlern dieses Vorfalls zu lernen. Dazu konnte diese Sonderausbildung Flugzeugbrandbekämpfung sicher beitragen.
J. Kobold

Gruppenbild der 60 Teilnehmer von Feuerwehren und Flugplatz Bild: Jürgen Weiß
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